Christine Kaufmann

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Christine Kaufmann

Contact
christine.kaufmann@uzh.ch
+41446344865 (phone), +41446344378

Profession/Affiliation
Professor für internationales und öffentliches Recht, Universität Zürich; Vorsitzender des Zentrums für Menschenrechtsstudien, Universität Zürich
Universität Zurich

Definition Responsible Investment Banking
Responsible investment and banking beginnt mit der Bereitschaft, die „Auswirkungen „ des Geschäftsbetrieb auf die Gesellschaft zu erforschen und zu beurteilen, gefolgt von absichtlichen Grundsatz-geführten Maßnahmen zur Begrenzung und Vermeidung von  Menschenrechtsverletzungen. Es erfordert eine Änderung der Perspektive von der Betrachtung von  Geschäftsrisiken allein, hin zu der Betrachtung von Stakeholder-Interessen und Rechten der Beteiligten.

Areas of Expertise
Menschenrechte und Unternehmen, internationale Handelsrecht , Internationales Investitionsrecht

Curriculum Vitae
Christine Kaufmann ist seit 2002 Professor für Völker-und Verfassungsrecht an der Universität Zürich, Schweiz. Im Jahr 2012 wurde sie zum stellvertretenden Dekanin der juristischen Fakultät gewählt.
Nach Abschluss ihrer Doktorarbeit über das Recht auf Nahrung Christine Kaufmann arbeitete sie zunächst in der Rechtsabteilung , dann als Director of Human Resources bei der Schweizer Zentralbank von 1991 bis 2000 . Von 2000 bis 2001 war sie als Gastwissenschaftlerin an der University of Michigan Law Schule und arbeitete an ihrem Habilitationsprojekt mit dem Thema Globalisierung und Kernarbeitsrechte . Von 2001 bis 2002 diente sie als Director of Legal Research am World Trade Institute ( WTI) an der Universität Bern, wo sie bis 2012 die Co-Direktorin des NFS -Forschungsprojekt Handelsregulierung war und dort ist sie noch immer ein Mitglied des Vorstands . Von 2004 bis 2012 war Christine Kaufmann Mitglied der Rechtsanwaltskammer Prüfungs Panel der Kanton (Staat) Zürich.
Im Jahr 2009 initiierte sie die Gründung des Zentrums für Menschenrechtsstudien an der Universität Zürich, wo  sie nun den Vorsitz innehat . Das Zentrum ist ein Mitglied der Schweizer Kompetenzzentrum für Menschenrechte ( SCHR ), wo sie iCo- Leiterin  des Clusters “ Menschenrechte und Wirtschaft “ gemeinsam mit Prof. Dr. Hans- Peter Wehrli ist .Im Jahr 2013 wurde sie Co- Präsidentin der neu eingerichteten Bundes Beirat der Nationalen Kontaktstelle für die OECD- Leitsätze für multinationale Unternehmen zusammen mit Staatssekretärin Marie -Gabrielle Ineichen-Fleisch bestellt.
Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Verbindungen zwischen Menschenrechten und anderen Rechtsbereichen , wie Handels-und Wirtschaftsrecht , wobei sie sich  vor allem auf die Verantwortung der Unternehmen in Bezug auf die Menschenrechte konzentriert.

Abstract
Ein oft gehörtes Argument in der Diskussion um die Einhaltung ethischer Standards bei Investitionen ist die auf Profitmaximierung angelegte Strategie der Anleger und damit verbunden die entsprechende Ausgestaltung des Vermögensverwaltungsvertrages (fiduciary agreement).
Neue Arbeiten aus der Neuropsychologie und der Neuroökonomie zeigen jedoch, dass das Konzept des rational handelnden homo oeconomicus, der seine Entscheidungen weitgehend am Eigeninteresse ausrichtet, überholt ist Zwar hatte Adam Smith schon 1759 auf die Bereitschaft des Menschen über den reinen Eigennutz hinaus, mit anderen zusammenzuarbeiten, hingewiesen, aber erst ein Vierteljahrtausend später konnte der wissenschaftliche Beweis für diese Erkenntnis erbracht werden. James Buchanan und Bruno S. Frey zählten in den 1990-er Jahren zu den Pionieren, die erkannten dass erstens nicht nur nutzenorientierte, sondern auch moralische Überlegungen wie Fairness oder das Vermeiden von Konflikten Entscheidungen von Marktteilnehmern beeinflussen und sich zweitens diese nicht-wirtschaftlichen Motive empirisch nachweisen lassen Bereits 1985 hatte Buchanan dieses Ringen zwischen Verwirklichung von Eigeninteressen und Sicherstellung einer funktionierenden Gesellschaft mit dem Ausdruck „geordnete Anarchie“ (ordered anarchy) auf den Punkt gebracht Neue Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Behavioural Finance identifizieren verschiedene Faktoren, die menschliches Verhalten auf Märkten bestimmen. Im Kontext von Investitionen scheinen vor allem materielle als auch verfahrensbezogene Fairnessüberlegungen relevant. Eine wichtige Rolle spielen dabei sog. interne Hemmschwellen (internal constraints), die auf unterschiedlichen Motiven, darunter auch ethische Prinzipien, beruhen können. Was bleibt, wenn Märkte nicht sich selber überlassen werden können und staatliche Regulierung nicht alle Formen unerwünschten Verhaltens verhindert? Die einfache Antwort, „Was nicht verboten ist, ist erlaubt“ greift zweifellos zu kurz, machen doch Kontroversen, wie sie in jüngster Zeit im Zusammenhang mit Investitionen aufbrachen, deutlich, dass auch legale Verhaltensweisen unerwünscht sein können.
Im Unterschied zu den sich über mehr als 30 Jahre hinziehenden vergeblichen Versuchen der UN, ein Regelwerk vorzustellen, das alle konzeptionellen Hürden, die sich beim Einbezug von Staaten und privaten Akteuren bei der Klärung des Regelwerkes zu Menschenrechtsfragen stellen, zu überwinden, verfolgen die UN-Leitprinzipien einen bescheideneren, ergebnisorientierten Ansatz. Ziel ist die Verbesserung der menschenrechtlichen Situation für die Betroffenen. Wenn sich dieses Ziel mit rechtlich nicht verbindlichen Bestimmungen teilweise besser erreichen lässt, sind die UN-Leitprinzipien dafür offen. Der mit der Ausarbeitung der UN-Leitsätze betraute Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs, John Ruggie, nannte dieses Konzept „principled pragmatism“. Was auf den ersten Blick eher harmlos klingt und als letztlich konzeptlos kritisiert wurde, erweist sich bei genauerem Hinschauen als grundlegenden Perspektivenwechsel weg von einem risikomanagement-orientierten Verständnis der Menschenrechte hin zu einem menschenzentrierten Ansatz