Alexandra  Niessen Ruenzi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Alexandra Niessen-Ruenzi

Contact
niessen@bwl.uni-mannheim.de
+49-621-1811595

Profession / Affiliation
Associate Professor of Finance

Universität Mannheim

Areas of Expertise
Corporate Finance, Asset Management, Experimental Economics

Curriculum Vitae
2009: Dr. rer. pol., Universität Köln
2005: Diplom Kauffrau, Universität Köln
Gastforscher an der  Kellog School of Management, Northwestern University; UT Austin; Georgia State University; Australian School of Business, University of New South Wales

Abstract
Im Rahmen Ihrer Forschungsarbeit haben wir untersucht, warum in der US-Investmentfondsindustrie so wenig Frauen arbeite und halten Vorurteile gegen Frauen für eine möglicher Erklärung?

In den vergangenen 20 Jahren lag die Anzahl der Frauen, die in der US-Investmentfondsindustrie als Fondsmanagerinnen tätig waren, bei etwa 10 Prozent. Das ist überraschend niedrig. Hierzu tragen vermutlich auch selbst auferlegte Gründe bei, wie Karriereunterbrechungen und die Bevorzugung anderer Industriezweige, wir haben jedoch herausgefunden, dass Investoren von Frauen geleitete Fonds diskriminieren und weniger in sie investieren. Für Unternehmen ist es dadurch folglich weniger attraktiv, Frauen einzustellen, und für Frauen ist es weniger reizvoll, in der Branche zu arbeiten. Die erhobenen Daten zeigen hinsichtlich der Fondsentwicklung keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.  Diese Unterschiede sind durch
rationale statistische Diskriminierung  nicht zu erklären. Die Ergebnisse werden in einem Labor-Experiment, wo  Akteure zwischen Indexfonds wählen,  bestätigt. Um direkt die Vorurteilshypothese zu testen haben wir einen  implizite Assoziationstest (IAT) durchführen zu testen. Akteure mit höheren Vorurteile Partituren investieren deutlich weniger in weibliche verwalteten Fonds im Experiment. So legen die Ergebnisse nahe, dass soziale Vorurteile Investitionsentscheidungen beeinflussen könnten.
.Anscheinend besteht die feste Überzeugung, dass Frauen im Finanzmanagement keine ebenso gute Investmentleistung bieten können wie Männer, obwohl es keine Gründe gibt, Frauen im Hinblick auf die Vermögensverwaltung nicht zu vertrauen. Die Wachstumsraten der durch Frauen geführten Fonds liegen etwa ein Drittel niedriger als diejenigen der durch Männer geführten Fonds. Das hat aber nichts mit der Qualifikation oder Leistung der Frauen zu tun. Wenn Fondsmanagerinnen unterdurchschnittliche Leistungen aufweisen oder schlechte Investmententscheidungen treffen würden, wäre es vernünftig, nicht in ihre Fonds zu investieren. Das ist aber nicht der Fall. Wenn es überhaupt Unterschiede gibt, dann weist der Investmentstil von Fondsmanagerinnen über einen längeren Zeitraum betrachtet mehr Kontinuität auf als der von Fondsmanagern. Dies liegt daran, dass Frauen eher stabile Investmentstile wählen, die mehr Sicherheit bieten. Die durchschnittliche Leistung ist allerdings nahezu identisch. Wenn man hieraus überhaupt etwas herleiten kann, dann sollten Investoren Fondsmanagerinnen den Vorzug geben, wenn sie auf einen konsistenten Managementstil Wert legen. Das tun sie aber nicht. Von Frauen geleitete Fonds weisen weitaus geringere Zuflüsse auf, sodass die Managerinnen dieser Fonds als weniger erfolgreich wahrgenommen werden. Die Mittelflüsse sinken zudem beträchtlich (um etwa 13 Prozent), wenn eine Managerin einen männlichen Kollegen ersetzt, wohingegen ein Wechsel im Management an sich wenig Einfluss hat. Dies bedeutet letztendlich, dass die Entscheidung über die Investition in einen von einer Frau geleiteten Fonds nichts mit ihrer Leistung zu tun hat.