Press Kit – Book Launch Vienna


„Positive Impact Investing eröffnet neue profitable Märkte – und mehr“

Karen Wendt, MBA (University of Liverpool, UK),

Gründerin Responsible Investment Banking / Positive Impact Investing, Deutschland, Gastprofessorin in Minsk und Moskau,(mehr zur Person s.u.)

Freitag, 21. November 2014

Haus der Industrie, Schwarzenbergplatz 4, 1031 Wien

In der Praxis verifizierte Thesen:

1. „Positive Impact Investing hilft nicht nur den Menschen und der Reputation des Investment Banking, es eröffnet auch neue profitable Märkte.“ Im Responsible Investment Banking ist „Verantwortung“ ein proaktiver, strategischer Ansatz. Er steht am Anfang jedes bankunternehmerischen Handelns, setzt sich um in Produktentwicklung, Unternehmenskultur, Wertschöpfungsketten und -prozessen. Die absichtliche und proaktive Schaffung von positiven gesellschaftlichen Wirkungen (Positive Impact) steht im Mittelpunkt. Produkte müssen gut für die Gesellschaft sein – und gleichzeitig skalierbar. Die „Triple Bottom Line People, Planet und Profit“ ist derzeit vielfach noch nicht zentrales Element der Geschäftsstrategien von Banken und doch bestimmt sie die Zukunftsfähigkeit von Banken und Gesellschaft. Das große Ziel der Gesellschaft ist ja letztlich „Enkelfähigkeit“.

2. „Positive Impact Investing bedeutet: Marktlösungen zur Abschaffung der Armut, getragen von institutionellen Investoren, Private Equity und Venture Capital.“ Die Menschen am Boden der Pyramide sind die Kunden. Im PII werden sie als Entrepreneurs & Kunden mit Respekt behandelt. Das öffnet ihnen, und gleichzeitig auch dem Banking, neue Spielräume und Märkte. Einige Akteure der Investmentbranche (wie z.B. J.P. Morgan, EMPEA Emerging Markets Private Equity Association) entwickeln gerade marktwirtschaftliche Lösungen gegen Armut und für klimafreundliche Märkte (wie z.B. EIB). Menschen mit einem Tageslohn von 2 bis 10 Dollar sind für J.P. Morgan und EMPEA Kunden. Es geht darum, dieser Kundengruppe mit minimalem disponiblen Einkommen finanziell tragbare Problemlösungen anzubieten.

3. „Investitionen in Agrobusiness, Bildung, Gesundheit, Infrastruktur, Krankenversicherung Wasser und Wohnen machen nicht nur die Menschen sondern auch das Banking erfinderisch.“ Denn dazu ist viel finanztechnisches Know How nötig. Der Vorteil von Positive Impact Investing ist, dass man proaktiv eine neue Asset Klasse schaffen kann, die Investmentoptionen ausdehnt.

4. „Social Entrepreneurs und Financial Innovation können so Hand in Hand gehen.“ 

Indem man Social Entrepreneurs mit Kapital versorgt, Start-ups „investment ready“ macht, erschließt man sich ein riesiges neues Kundensegment und hilft gleichzeitig der Gesellschaft. Solche Impact getriebenen Start ups sind hochrentabel. Und: Die Reputation der Investmentbranche steigt (wieder). Aus schwarzen Investmentbanking-Schafen werden wieder weiße Ritter.

5. „Die Briten und Neuseeländer machen es uns vor, wie man Environmental & Social Development Aid durch Einbeziehung des Privatsektors vervielfachen kann.“ Banking der Zukunft bedeutet Finanzlösungen für globale Probleme zu finden – die Weltbevölkerung wächst in 100 Jahren von 2,5 Milliarden auf 9,5 Milliarden Menschen an, die Erderwärmung schreitet fort. Für diese Herausforderungen braucht es Marklösungen, und die Investmentbranche muss sie treiben.

6. „Positive Impact Investment schafft das ‚Alignment of Interests’, das immer mehr in Vergessenheit geraten ist.“ Banken sind Wissenssammel- und Transferstellen, können auch Stakeholder-Dialog sinnvoll bündeln und „Alignment of Interests“ zwischen Gesellschaft, Stakeholdern und Shareholdern herbeiführen – wie mit Positive Impact Investing. Es entstehen neue Kunden, soziale Spannungen lösen sich – und es wird Profit gemacht.

7. „SRI-Fonds sind mehr als ein Add-on für das gute Anlegergewissen.“ Eine brandneue Untersuchung,die in in Ressonsible Investmentbanking veröffentlicht wird, „more fun with lower risk“zeigt, RI-Portfolios als Beimischung bieten einen besseren Abwärtsrisiko-Schutz als herkömmliche Portfolios. Und Portfolios mit SRI Beimischung schneiden gemäß dieser Untersuchung konsequent finanziell besser ab als reine Standard-Portfolios.

8. „Auch der Privatanleger hat Möglichkeiten.“ Er muss kritische Fragen stellen und Transparenz von seinem Institut einfordern: Wohin fließt mein Geld und welche Wirkung hat es? Risiko, Rendite, Liquidität und Impact sind relevant.

Die „Equator Principles“ als Finanzierungskonditionen in der Praxis:

Die Äquatorprinzipien wurden 2003 von zehn Finanzinstituten angenommen, um effektiv ökosoziale Risiken in Großprojekten adressieren zu können. Ökosoziale Risiken können über Nacht zu einer ausgewachsenen Cash-Flow-Krise werden, wie bei der Deepwater Horizon Ölbohrkatastrophe von BP. Die Managementsysteme der Banken damals waren mit der Bewertung ökosozialer Risiken überfordert, Banken auf der Suche nach einer Benchmark. Dafür bot sich die Prüfung nach den Weltbank-Standards an. Die Äquatorprinzipien verlangen u.a. erhöhte Transparenz, Überprüfbarkeit von Entscheidungen, Einhaltung der Menschenrechte und Stakeholder Engagement.

Die Äquatorprinzipien in der Praxis anzuwenden heißt konfliktbereit zu sein, Dilemmas auszuhalten und auszudiskutieren und „Environmental and Social Action Plans“ als Teil des Kreditvertrages zu implementieren.

ÄP zu implementieren ist ein langfristiger Prozess: Erst einmal Bank interne, denn sie müssen in die Kreditpolitik, das Reputationsmanagement und in das Reporting eingearbeitet werden. Es bedeutet jeden einzelnen Kredit genau zu untersuchen

+ Angefangen von der Ergänzung der Umweltstudie, das Environmental Impact Assessment (EIA) für das Projekt, (das in den meisten Ländern für den Genehmigungsprozess erstellt werden muss, bevor die Lizenz und die Projektgenehmigungen (Permits)- erteilt werden können) um verschiedene weitere Faktoren wie Engagement mit den betroffenen Kommunen,

+ Einarbeiten einer Cumultive Impact Analyse, Ergänzung der Umweltstudie durch soziale Daten, Fakten und Impacts gemäß den Weltbankstandards,

+ Einführung eines „Grievance Mechanismus“ (Bewschwerdeverfahrens) und eines Umweltmanagementsystems bei der Projektgesellschaft,

+ bis hin zur Durchverhandlung eines Aktionsplanes zu den Umwelt- und sozialen Risiken und zur Verankerung desselben im Kreditvertrag.

Erfüllt der Kunde den Aktionsplan nicht, kann der Vertrag fällig gestellt werden.

Selbst Banken, die keine ÄP-Banken sind, halten mittlerweile die ÄP ein. Denn diese sind notweniger „Pass“ für eine erfolgreiche Syndizierung. Ohne diesen fallen gleich 80% des Syndizierungsmarktes von vorn herein weg.

Zur Person:

Karen A.M. Wendt, MBA, Gastprofessorin in Minsk und Moskau, hat über 20 Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Bereichen des Investment Banking, so auch bei Projekt- und strukturierten Finanzierungen. Für mehr als 11 Jahre hat sie zu Environmental and Social Governance (ESG) und Organisationskultur in der Finanzindustrie geforscht und ESG in der Praxis implementiert.

Sie hat die „Equator Principles“ gemeinsam mit Top-Tier-Instituten in führender Rolle entwickelt und im Vorstand der „Äquatorbanken“ seit dessen Gründung insbesondere die Themen Stakeholder-Dialog und Biodiversität vertreten. Gleichzeitig hat sie Ökologische und Soziale Governance bei Transaktionen im Investment Banking eingeführt, um schwierige Transaktionen bankfähig und marktreif zu machen.

Das hat sie gelehrt, dass nachhaltige Investment- & Finanzierungsstrategien, Schaffung von freiwilligem globalem Verwaltungsrecht und klimafreundlichen Märkten & Wertschöpfungsketten wichtige Bausteine der Nachhaltigkeit sind, dass es aber neuer Elemente und Innovation bedarf, die für die Investmentbranche motivierend sind: Positive Impact Investitionen & Finanzierungen.

Karen Wendt ist zudem Führungskräfte-Coach im Bereich nachhaltiges Investment Banking und hat den Einfluss von Führungsverhalten auf Vertrauen und Werteidentität im Banking erforscht und analysiert.

Karen Wendt ist Herausgeberin der Werke „CSR und Investment Banking: Investment und Banking zwischen Krise und Positive Impact“ Springer Gabler Verlagsowie „Responsible Investment Banking: Risk Management Frameworks, Softlaw Standards and Sustainble Financial Innovation“ ( Springer International Verlag).

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