Rene Schmidpeter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Rene Schmidpeter

Contact
rene.schmidpeter@gmx.de

Curriculum Vitae
René Schmidpeter hält die Dr. Jürgen Meyer Stiftungsprofessur für Internationale Wirtschaftsethik und CSR an der Cologne Business School. Seit mehr als 15 Jahren hat er Forschung im Bereich der Nachhaltigkeit und zum Thema gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen betrieben. Er ist Teil der CSR-Editor Enzyklopädie und Serie-Editor von CSR, Nachhaltigkeit, Ethik und Governance bei Springer.

Abstract
Die gute Nachricht zuerst: Banken haben eine wichtige Aufgabe in der Gesellschaft. Sie sind maßgeblich für die effiziente Allokation von Kapital für unternehmerische Initiativen und Geschäftsideen verantwortlich. Sie leisten eine für uns alle vorteilhafte Fristen- und Risikotransformation und sorgen für eine effiziente Preisbildung an den Finanzmärkten. Auch das Investmentgeschäft und auch die Spekulation – solange sie mit eigenen Mitteln und auf eigenes Risiko geschehen – erfüllen gesellschaftlich wichtige Aufgaben: Sie halten die Märkte liquide, unterstützten die Einschätzung über zukünftige Entwicklungen und helfen anderen Marktteilnehmern eigene Risiken kostengünstig abzusichern. So weit so gut! Doch was wenn die Banken auf den Kreditausfall ihrer eigenen Kunden wetten? Wenn auf einmal aus risikoreichen Kreditgeschäften, durch undurchschaubare Produkttransformationen, beste Anlagemöglichkeiten mit AAA-Rating werden? Wenn eigene Investmentrisiken auf die Kunden abgewälzt werden? Spätestens dann werden Geschäfte auf Kosten Dritter gemacht, meist auf Kosten der Allgemeinheit, des Steuerzahlers bzw. der Kunden. Hier ist die Grenze einer nachhaltigen Unternehmensführung überschritten und das Geschäftsmodell ist langfristig nicht überlebensfähig.
Dies wäre dann kein Problem, wenn die beteiligten Akteure nicht „too big to fail“ wären, d.h. von der Politik und damit vom gemeinen Steuerzahler und Sparer gerettet werden müssen. Spätestens dann befinden wir uns nicht mehr auf effizienten Märkten, sondern bewegen uns in Richtung Finanzsozialismus. Gleiches gilt, wenn jegliche unternehmerische Freiheit im Finanzbereich durch staatliche Regulierung zu Nichte gemacht wird. Beide Diskussionen „too big to fail“ als auch „absolute Regulierung“ zeigen, als Negativbeispiel, dass wir um marktwirtschaftlich strukturierte Finanzmärkte nicht herumkommen. Dafür brauchen wir transparente Geschäftsmodelle, die fair gegenüber allen Stakeholdern und somit letztendlich einen Win-Win für die Bank bzw. Investmenthaus wie auch die Gesellschaft generieren. Aber auch mündige Bürger und ökonomischen Sachverstand, der negative Entwicklungen rechtzeitig öffentlich adressiert.