Barbara HappeRegine Richter

 

 

 

 

 

Dr. Barbara Happe und Regine Richter, urgewald e.V.

Contact
Regine Richter, (EU-Projekte, Bankenkampagne) regine@urgewald.de
Barbara Happe, (Bankenkampagne) barbara@urgewald.de
030/28482271

Profession / Affiliation
als Referentinnen für internationale Finanzinstitutionen bei der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald eV. setzen sich Barbara Happe seit 15 Jahren und Regine Richter seit 13 Jahren für Nachhaltigkeit im Finanzsektor ein. Sie sind (Mit-)Autorinnen zahlreicher urgewald-Studien wie „Neue Banken braucht das Land“, „Wie radioaktiv ist meine Bank?“, „Ist meine Bank ein Klimakiller?“ oder „Deutsche Bank: Die düstere Bilanz der Ära Ackermann“. Diese Studien durchleuchten die ökologische und soziale Performance deutscher Finanzinstitute und streiten für verbindliche und umfassende Reformen.

urgewald e.V.

Curriculum Vitae
Frau Happe ist promovierte Politikwissenschaftlerin und engagierte sich bzw. forschte bei mehrjährigen Studien- und Arbeitsaufenthalten in sozialen Bewegungen und zu umstrittenen Infrastruktur- und Energieprojekten in lateinamerikanischen Schwellenländern. Seit 2011 ist sie Vorstandsmitglied im Dachverband der Kritischen Aktionäre und Aktionärinnen.

Frau Richter ist Diplombiologin und beschäftigt sich neben Energiethemen vor allem mit der Europäischen Investitionsbank sowie der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. 2008 besuchte sie eine Sommerschule zu Menschenrechten in Oxford. Seit 2012 ist sie im Management Team des europäischen Netzwerks Counter Balance, das sich vor allem mit der EIB beschäftigt.

Abstract
Corporate Social Responsibility: viel Schein – wenig Sein?

Seit Jahrzehnten streitet urgewald für ökologische und soziale Leitplanken bei internationalen Finanzinstitutionen. Ob öffentliche oder private, multilaterale oder nationale Banken: wir wollen sie nicht in zerstörerischen Großprojekten sehen, die zur Vernichtung von Lebensräumen beitragen.

Und tatsächlich hat sich einiges getan in den letzten zehn bis zwanzig Jahren. Corporate Social Responsibility ist ein feststehender Anglizismus, der in einem Atemzug mit Nachhaltigkeit genannt wird. Kaum eine Bank, kaum ein größeres Unternehmen kommt mehr ohne eine CSR- oder Nachhaltigkeitsabteilung aus.

Öffentliche Banken haben umfassende Umwelt- und Sozialstandards, die veröffentlicht und in regelmäßigen Abständen überarbeitet werden, mal zur Verbesserung, mal zur Verwässerung. Umwelt- und Sozialexperten in Banken und bei Bürgschaftsgebern prüfen Projekte, stellen Fragen und sortieren gar bisweilen Geschäfte aus, die sich nicht mit den Umwelt- und Sozialanforderungen vereinbaren lassen. Private Banken unterzeichnen eine Selbstverpflichtung nach der anderen und schreiben immer dickere Nachhaltigkeitsberichte.

Können wir uns also beruhigt anderen Themen zuwenden? Wohl kaum. Tatsächlich stellen wir fest: Finanzinstitute – ob national oder multilateral, ob öffentlich oder privat – verwenden auf „Kundenwunsch“ zunehmend Energien darauf, das Image ihrer Häuser grün zu waschen, verfügen aber auch nach mindestens einer Dekade CSR-Debatte über kein umfassendes oder modellhaftes Risikomanagement in Sachen Nachhaltigkeit. Was es maximal gibt, sind erste Schritte in die richtige Richtung, oftmals gepaart mit Rückschritten. Insgesamt gesehen steht die private wie öffentliche Bankenwelt noch immer am Anfang eines langen und mühsamen Prozesses – der in Sachen Verbindlichkeit aktuell eher zu stocken als voranzuschreiten scheint. Die Finanzkrisen der letzten Dekade haben im Hinblick auf Umwelt- und Menschenrechtsschutz nicht das erwünschte Umdenken oder die notwendigen Kurskorrekturen gebracht: viele Finanzinstitute sind längst zum „business as usual“ zurückgekehrt, wie die folgende Analyse des ökologischen und sozialen Risikomanagements bei den von urgewald regelmäßig analysierten Finanzinstituten anschaulich belegt.