Amina Meineker

 

 

 

 

 

Amina Meineker

Contact
amina@corporatepassion.com

Telefon: +49 (0)6172 66 714 64
Fax: +49 (0) 1577 606 7577

Profession/Affiliation
Diplom-Ökonomin
Geschätsführerin der Corporate Passion GmbH

Corporate Passion GmbH
Rotlaufweg 15
61350 Bad Homburg

Curriculum Vitae
Amina Enste-Meineker ist Diplom-Ökonomin mit über 20 Jahren Erfahrung in der Beratung, im Coaching und in der strategischen Geschäftsentwicklung im Investmentbanking mit Schwerpunkt Asset Management und Potentialentwicklung. Seit 2010 ist sie Geschäftsführerin der von ihr gegründeten Corporate Passion GmbH. Mit Corporate Passion begleitet sie Führungskräfte dabei, die Kultur im eigenen Unternehmen bewusst zu gestalten, um mit Begeisterung und nachhaltig erfolgreich zu sein.

Abstract
Corporate Social Responsibility (CSR) und Investment Banking:
Der erforderliche Paradigmenwechsel am Beispiel des Asset Managements

Corporate Social Responsibility ist gesellschaftliche oder soziale Verantwortung von Unternehmen. Was bedeutet das wirklich? Dass Unternehmen von ihrem Gewinn einen bestimmten Anteil für wohltätige Zwecke spenden? Dass Unternehmen bei der Ausführung ihrer Geschäfte möglichst wenig CO2 ausstossen? Nein.
Im Kern steht CSR für verantwortliches unternehmerisches Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit.

Die Führungskraft eines Unternehmens ist also verantwortlich gegenüber sich selbst, ihren Kollegen/Mitarbeitern, ihren Kunden, den Eigentümern des Unternehmens und der Allgemeinheit. Es gilt, ein Unternehmen so zu führen, dass alle Beteiligten von der Geschäftstätigkeit profitieren. Alle. Langfristig. Nachhaltig.

Zentrale Voraussetzung dafür ist es, eine Antwort auf folgende Fragen zu haben:
1. “Welche Existenzberechtigung hat unser Unternehmen?” oder anders ausgedrückt: “Welches Produkt oder welchen Service bietet unser Unternehmen an und welchen Nutzen erbringen wir dem Kunden, für den dieser langfristig bereit ist, einen angemessenen Preis zu bezahlen?”
2. “Wie erbringen wir als Unternehmen dem Kunden diesen Nutzen in einer sozial verantwortlichen Art und Weise, die niemandem schadet bzw. von der alle profitieren?”

Für Unternehmer jeder Branche ist eine sinnvolle Antwort auf diese Fragen die Voraussetzung für verantwortliches unternehmerisches Handeln und damit für nachhaltigen Erfolg. Es gibt vor allem zwei Voraussetzungen dafür, diese zentralen Fragen beantworten zu können:

1. Um ein Produkt anzubieten, das dem Kunden einen Nutzen bringt, müssen wir die Wünsche und Anforderungen des Kunden kennen und/oder richtig einschätzen und erfüllen:
Wenn wir die Wünsche unserer Kunden nicht kennen, können wir sie nicht erfüllen. Wenn wir sie kennen, jedoch Produkte liefern, die diese Wünsche nicht erfüllen, wird der Kunde sich so bald wie möglich für einen anderen Anbieter entscheiden oder gar nicht erst unser Kunde werden.

2. Diese Wünsche und Anforderungen sind auf eine Art und Weise erfüllen, die unsere Kunden begeistert:
Wenn unser Produkt geeignet ist, die Kundenwünsche zu erfüllen, jedoch die Art und Weise unseres Geschäftsgebahrens den Kunden nicht begeistert, wird er sich abwenden, sobald er eine Alternative hat.

Das klingt trivial und ist es wahrscheinlich auch. Und doch scheint es für das Investment Banking, als ob die Frage nach dem Nutzen für den Kunden in den letzten Jahrzehnten stark in den Hintergrund getreten ist. Die dominante Frage des Investment Bankings scheint vielmehr zu lauten: Wie können wir als Unternehmen möglichst viel Geld verdienen – auch zu Lasten der Kunden.
Gegen die Absicht, möglichst viel Geld zu verdienen, ist nichts einzuwenden. Letztlich ist eine unprofitable Geschäftstätigkeit auch nicht nachhaltig, da sie über kurz oder lang zur Geschäftsaufgabe führt. Es sollte nur der Nutzen, der dem zahlenden Kunden erbracht wird, ebenfalls wachsen. Im Investment Banking hat sich hier jedoch eine Divergenz entwickelt, die viele Marktteilnehmer erkannt haben und die zu einer massiven Beschädigung des Kundenvertrauens geführt hat.
Ein vergleichbarer Vertrauensverlust hat innerhalb der Investmentbanken stattgefunden: Angestellte Manager stellen ihre persönlichen finanziellen Interessen nicht nur über die Interessen der Kunden, sondern auch über die Interessen des eigenen Unternehmens. Auch hier gilt, dass wachsende Gehälter und Boni dann gerechtfertigt sind, wenn alle anderen Beteiligten auch profitieren – und zwar nur dann.

Nehmen wir als Beispiel die Vermögensverwaltung, neudeutsch auch Asset Management genannt: Ein Vermögensverwalter verwaltet treuhänderisch das Vermögen seines Kunden, mit dem Ziel, dieses zu vermehren. Asset Management als Geschäftsmodell basiert vor allem auf Vertrauen: Der Kunde vertraut dem Manager sein Geld an. Er überlässt es ihm zu treuen Händen. Die Leistung des Asset Managers besteht darin, dass er antritt, dieses Geld professioneller und mit höheren Erträgen anzulegen, als der Kunde dies könnte. Gelingt ihm das nicht, hat er dem Kunden keinen Nutzen erbracht.
Diese einfache Erkenntnis ist aus verschiedenen Gründen, auf die im weiteren Verlauf eingegangen wird und an denen alle Beteiligten – auch die Kunden – ihren Anteil haben, aus dem Fokus geraten. Die ertragreichere Anlage der Kundengelder ist als eigentliche Existenzberechtigung des Asset Managements in den Hintergrund getreten. Oftmals motiviert von der Maximierung der Management Fees und gesteuert durch die provisionsgetriebene Incentivierung des Vertriebs stehen dafür im Vordergrund der Gespräche mit den Kunden moderne Fachbegriffe wie z.B.  die Generierung von alpha, Durationsmanagement und moderne Portfoliotheorie.
Der Asset Management Markt ist nicht mehr gemäß den Bedürfnissen des Kunden strukturiert, sondern nach den Präferenzen der Anbieter und des Vertriebs. Das kann nachhaltig nicht funktionieren.